Der Svartisen Gletscher gehört für uns zu den beeindruckendsten Naturerlebnissen entlang des Kystriksveien in Norwegen. Besonders spannend ist, dass Du einen seiner Gletscherarme vergleichsweise einfach zu Fuß erreichen kannst.
Genauer gesagt führt die Wanderung zum Engabreen, einem Gletscherarm des Svartisen am Holandsfjord. Schon die Anreise ist Teil des Erlebnisses: Das Wohnmobil bleibt auf der anderen Seite des Fjords stehen, anschließend setzt Du mit einem kleinen Passagierboot über und wanderst vom Anleger in Richtung Gletscher.
Wir haben diese Tour selbst während unserer Reise durch Nordland gemacht. Dabei führt der Weg zunächst relativ entspannt durch die Landschaft, bevor das Gelände in Richtung Gletscher zunehmend felsiger wird.
In diesem Beitrag zeigen wir Dir unsere Wanderung zum Svartisen Gletscher und erklären, wie Du zum Ausgangspunkt kommst, wo Du mit dem Camper parken kannst, wie die Fähre über den Holandsfjord funktioniert und was Dich auf dem Weg zum Engabreen erwartet.
Svartisen Wanderung auf einen Blick
Engabreen, ein Gletscherarm des Svartisen am Holandsfjord.
Vom Holandsfjord setzt Du zunächst mit einem Passagierboot zum Ausgangspunkt der Wanderung über.
Vom Anleger sind es zunächst rund 3 Kilometer auf einem einfachen Weg in Richtung Gletscher.
Das Wohnmobil bleibt auf der Seite der Fv17 am Holandsfjord stehen.
Für den felsigeren Abschnitt sind feste Wanderschuhe empfehlenswert. Bei Nässe können die Felsen sehr rutschig werden.
Für eine Tour auf das Eis solltest Du Dich einer geführten Gletscherwanderung mit entsprechender Sicherheitsausrüstung anschließen.
Svartisen und Engabreen – wo liegt der Unterschied?
Der Name Svartisen bezeichnet nicht nur die Gletscherzunge, die Du vom Holandsfjord aus siehst. Svartisen ist ein großes Gletschergebiet in Nordland und besteht aus zwei großen Eiskappen mit zahlreichen Gletscherarmen.
Einer davon ist der Engabreen, der sich auf der westlichen Seite des Svartisen in Richtung Holandsfjord erstreckt. Genau zu diesem Gletscherarm führt die Wanderung, die wir in diesem Beitrag beschreiben.
Durch seine Lage nahe der Küste lässt sich der Engabreen vergleichsweise einfach erreichen. Trotzdem solltest Du zwischen einer Wanderung in Richtung Gletscher und einer tatsächlichen Tour auf dem Gletschereis unterscheiden. Für Letzteres brauchst Du die entsprechende Ausrüstung und solltest Dich einer geführten Gletschertour anschließen.
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NORWEGEN OUTDOOR Wanderung und Natur erleben Norwegen erleben wir am liebsten draußen. Natürlich sind schon die Straßen entlang der Fjorde...
Anfahrt zum Svartisen Gletscher
Der Ausgangspunkt für unsere Wanderung liegt am Holandsfjord direkt an der Fv17, dem bekannten Kystriksveien an der norwegischen Helgelandküste.
Mit dem Wohnmobil fährst Du zunächst bis Holandsvika. Von dort geht es nicht mit dem Fahrzeug weiter: Um den Engabreen zu erreichen, musst Du den Holandsfjord mit einem kleinen Passagierboot überqueren.
Die Überfahrt dauert nur ungefähr zehn Minuten. Schon vom Fjord aus bekommst Du bei passenden Sichtverhältnissen einen schönen Eindruck von der Landschaft rund um den Svartisen.
Nach der Überfahrt beginnt die eigentliche Wanderung auf der anderen Seite des Holandsfjords.
Parken am Svartisen-Gletscher
Wenn Du mit dem Wohnmobil unterwegs bist, bleibt Dein Fahrzeug auf der Seite der Fv17. Von dort gehst Du zum Anleger des Passagierbootes und setzt ohne Fahrzeug über den Holandsfjord.
Direkt am Fv17 gelegen startet ein kleines Passagierschiff, welches Personen über den Fjord zum Ausgangspunkt der Wanderung bringt (zum Anleger „Engen Café“). Die Fahrzeiten des Shuttle-Bootes sind hier zu finden. Bezahlung ist bequem mit EC- und Kreditkarte auf dem Boot möglich.
Am Parkplatz ist viel los, etliche Touristenbusse, viele Wohnmobile und PKWs, dicht an dicht geparkt – definitiv kein Spot zum Übernachten! Es ist also von Vorteil, auch hier rechtzeitig vor Ort zu sein. Wir finden noch einen Parkplatz für unseren Iveco und können bei herrlichem Wetter die Zeit bis zur Abfahrt des Fährboots mit einem Drohnenflug verkürzen.
Gerade mit einem größeren Wohnmobil ist das praktisch, weil Du für die eigentliche Tour kein Fahrzeug auf eine schmale Nebenstraße bewegen musst.
Fähre zum Svartisen Gletscher
Eigentlich handelt es sich weniger um eine klassische Autofähre als um ein Passagierboot über den Holandsfjord. Dein Wohnmobil bleibt am Ausgangspunkt zurück.
Die Überfahrt von Holandsvika auf die Seite des Engabreen dauert nur etwa zehn Minuten. Anschließend gehst Du zu Fuß weiter.
Wichtig ist vor allem die Rückfahrt. Prüfe vor Deiner Wanderung unbedingt den aktuellen Fahrplan, damit Du weißt, wann das letzte Boot zurück über den Fjord fährt.
Die Verbindung ist saisonabhängig. Fahrzeiten und Saison können sich ändern, deshalb würden wir sie immer kurz vor dem Besuch aktuell kontrollieren.
Kann man auf dem Svartisen Gletscher wandern?
Ja – allerdings ist eine Wanderung auf dem Gletschereis etwas völlig anderes als die von uns beschriebene Tour in Richtung Engabreen.
Für Touren auf dem Eis werden vor Ort geführte Gletscherwanderungen angeboten. Dabei kommen unter anderem Steigeisen, Eispickel, Klettergurt und Seilsicherung zum Einsatz.
Ohne entsprechende Erfahrung und Sicherheitsausrüstung solltest Du einen Gletscher nicht auf eigene Faust betreten. Spalten und andere Gefahren können insbesondere für ungeübte Besucher schwer einzuschätzen sein.
Für unseren Besuch war bereits die Wanderung in die Gletscherlandschaft hinein ein beeindruckendes Erlebnis – dafür musst Du nicht auf das Eis steigen.
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Unsere Wanderung zum Svartisen Gletscher
Nach der kurzen Überfahrt starten wir unsere Wanderung in Richtung Engabreen. Zunächst geht es vergleichsweise gemütlich voran.
Die ersten rund drei Kilometer verlaufen auf einem einfachen Weg. Je näher wir dem Gletscher kommen, desto mehr verändert sich die Landschaft und schließlich beginnt der felsigere Teil der Tour.
Überfahrt mit dem Isprins
Der „Isprins“ bringt uns etwa um 14 Uhr über den Fjord zum Ausgangspunkt der Wanderung, am „Engen Café“ mit einer Fahrzeit von ca. 20 Minuten. Man kann übrigens auch sein eigenes Fahrrad mit übersetzen lassen, um den Großteil der Wanderung nicht zu Fuß zurücklegen zu müssen.
Der lange Hatscher
Vom Anleger aus sind es nun zu Fuß ca. 6 Kilometer bis zur Gletscherzunge. Der Großteil der Wanderung führt über einen breiten Schotterweg, zumeist leicht ansteigend und vorbei an einem schön gelegenen weiteren Café zu Beginn des Gletschersees bis zum Beginn des vom Gletscher bankgeschliffenen Gletscherbettes. Hier parken auch alle Leih-Fahrräder, die man sich für ca. 10€ pro Rad am Bootsanleger hätte ausleihen können. Ab hier geht es nur zu Fuß weiter.
Vorbei am Gletschersee
Kilometerlang wandert man noch nördlich um den Gletschersee herum, vor allem zu Beginn direkt nach dem Café immer wieder mit tollen Fotospots und Blick auf den Gletscher. Im weiteren Verlauf dann durch schönen Birkenwald, hin und wieder mal vorbei an einem Picknickbänkchen.
Der Anstieg kommt zum Schluss
Wir wandern weiter bis zum Ende des Sees. Hier sprudeln Bächlein mit glasklarem Wasser von den umgebenden Berggipfeln zu Tal, aus denen man seinen Trinkflasche wieder füllen könnte.
Nun geht die Wanderung über abgeschliffene Felsen weiter, über die ehemals der Gletscher hinweggezogen ist. Könnte bei Regen ganz schön glatt werden. Teilweise ist der Weg mit Stahlseilen versichert, läßt sich aber bei trockenem Wetter gut wandern, auch mit kleinen Kindern.
Je weiter wir aufsteigen um so schöner werden die Blicke nach oben und unten.
Am Ziel
Der Wind bläst immer heftiger, je höher wir steigen. Eigentlich wollte ich die Drohne kreisen lassen und hatte mich schon sehr auf tolle Bilder gefreut, daran ist aber bei orkanartigen Winden nicht mehr zu denken. Wir werden im Stehen fast umgedrückt, eine Unterhaltung ist nicht mehr möglich. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals solche Sturmwinde erlebt zum haben. Sie pfeifen vom Gletscher aus durch das enge Tal Richtung See. Uns klingeln die Ohren.
Wir erreichen das Ziel unserer Wanderung an einem Wegweiser, kurz vor der Gletscherzunge. Man hätte noch weiter aufsteigen können, aufgrund der Sturmböen brechen wir aber hier ab. Die Aussicht ist aber auch hier schon atemberaubend.
Nun folgt der Abstieg
Der Abstieg erfolgt in der Aufstiegsspur und dauert etwa genauso lang. Da die Felsen teilweise sehr glatt sind, muss man etwas aufpassen, nicht auszurutschen. Gutes Schuhwerk und Stöcke sind sinnvoll!
Da der Isprins zum Ende des Tages immer seltener fährt und wir nicht 2 Stunden am Anleger warten wollen, fällt die Pause auf dem Rückweg aus und wir müssen uns arg beeilen. Neidisch blicken wir auf die an uns vorbeisausenden Wanderer auf Drahteseln – werden wir beim nächsten Mal garantiert auch machen!
Wir sind dann so gegen 19 Uhr wieder am Fahrzeug. Da wir ziemlich müde sind, fahren wir nicht mehr sehr weit und finden noch ein ruhiges Plätzchen ganz alleine am Fjordende, wo wir die Nacht verbringen.
Fazit: Lohnt sich die Wanderung zum Svartisen?
Für uns gehört die Wanderung zum Engabreen am Svartisen zu den Touren, die sich besonders gut in einen Roadtrip entlang des Kystriksveien integrieren lassen.
Schon die kurze Bootsfahrt über den Holandsfjord macht die Anreise ungewöhnlich. Anschließend kannst Du selbst entscheiden, wie weit Du in Richtung Gletscher laufen möchtest.
Besonders gefallen hat uns die Kombination aus Fjord, Bergen und der immer näher kommenden Gletscherlandschaft. Dabei musst Du nicht zwingend eine anspruchsvolle Tour auf das Eis unternehmen, um einen Eindruck von der Dimension des Svartisen zu bekommen.
Wenn Du auf der Fv17 durch Nordland unterwegs bist und genügend Zeit für einen halben oder ganzen Tag hast, würden wir den Abstecher deshalb wieder einplanen.
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hallo ihr zwei,ganz tolle Bilder,werden am 12.6.auch aufbrechen nach norwegen.wir freuen uns auf weiterhin Tolle Berichte LG Moni und Siggi
Ihr lieben Beiden, schön von Euch zu hören! Ganz Tolle Reisen und vielleicht irgendwann auf ein Treffen!