Mücken und Knott in Norwegen & Schweden: So schützen wir uns
Mücken gehören zu einer Sommerreise durch Norwegen und Schweden einfach dazu – allerdings längst nicht überall und nicht zu jeder Zeit gleich stark. Aus eigener Erfahrung merken wir den Unterschied teilweise schon innerhalb weniger Kilometer: An einem windstillen See im Landesinneren können Mücken und die winzigen Knott ziemlich lästig werden, während an der windigen Küste kaum etwas von ihnen zu sehen ist.
Besonders unangenehm finden wir die in Skandinavien als Knott bezeichneten kleinen Kriebelmücken. Sie sind winzig, teilweise kaum zu sehen und können in großer Zahl einen gemütlichen Abend draußen ziemlich schnell beenden.
Nach vielen Reisen durch Norwegen und Schweden haben wir deshalb einige Dinge ausprobiert. In diesem Artikel zeigen wir Dir, wann und wo wir besonders viele Mücken erlebt haben, was gegen Mücken und Knott hilft und welchen Mückenschutz wir selbst verwenden.
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Mücken in Norwegen und Schweden – kurz beantwortet
Wann gibt es die meisten Mücken? Vor allem während der wärmeren Monate; Stärke und Saison unterscheiden sich je nach Region und Wetter.
Wo sind besonders viele? Häufig in windstillen, feuchten Gebieten, an Gewässern und in Wald- und Moorregionen.
Wo sind weniger Mücken? Wind und exponierte Küstenlagen können die Belastung deutlich reduzieren.
Was sind Knott? Sehr kleine Kriebelmücken, die in Skandinavien ausgesprochen lästig werden können.
Was hilft uns am besten? Lange Kleidung, Moskitonetz und ein geeignetes Repellent gehören für uns zur Grundausstattung.
Welche Mücken gibt es in Skandinavien?
Die „normale“ Mücke
Die gibt es in Skandinavien vor allem im Sommer in Massen. Sie sitzen gerne an der Außenhaut des Wohnwagens und nutzen den Moment, wenn ein unvorsichtiger Mensch die Tür öffnet um (meist gleich zu mehreren) hineinzuschlüpfen. Glücklicherweise fliegen sie meist sehr langsam und man kann sie rasch erwischen. Wenn sie jedoch im Juli und August in Massen vorkommen, wird es trotzdem schwierig.
In den letzten Jahren haben wir die „elektrische Fliegenklatsche“ auf unseren Skandinavientripps sehr zu schätzen gelernt! Hochsaison für die Mücken ist der Sommer. Ende August und im September läßt die Mückenplage merklich nach, was einer der Gründe für uns ist, die Reisezeit dorthin zu verlegen.
Knott in Schweden, Norwegen und Finnland: Die kleinen Kriebelmücken
In Schweden, Norwegen und Finnland begegnet Dir häufig die Bezeichnung Knott. Gemeint sind damit kleine Kriebelmücken, die uns auf unseren Reisen teilweise deutlich mehr genervt haben als die klassischen Stechmücken.
Knott sind winzig und können in großer Zahl auftreten. Gerade an windstillen Plätzen in Gewässernähe haben wir schon erlebt, dass aus einem gemütlichen Aufenthalt draußen ziemlich schnell die Flucht ins Wohnmobil wurde.
Die klitzekleinen Mücken passen selbst durch Mückenschutznetze hindurch. Man hört und sieht sie kaum, bemerkt aber plötzlich einen leicht schmerzhaften Stich, gefolgt von einer kleinen mückenstichtypischen Rötung und Juckreiz. Während wenige dieser Knott kein Problem darstellen, kann eine große Meute (in der sie meist vorkommen) ein fluchtartiges Verlassen des Grillplatzes am Wasser nach sich ziehen.
Bremsen
Die „bromsar“ kommen auch in Skandinavien und dort – logischerweise – in Wassernähe vor.
Wann gibt es Mücken in Schweden, Norwegen und Finnland?
Wie stark die Mücken in Skandinavien sind, hängt stark von Region, Höhenlage, Wetter und dem jeweiligen Jahr ab. Besonders während der warmen Sommermonate können sie im Landesinneren sowie in feuchten und windstillen Gebieten zahlreich auftreten.
Wir selbst reisen gerne später im Sommer beziehungsweise Richtung Spätsommer nach Norden und haben dabei häufig deutlich weniger Mücken erlebt. Eine Garantie ist das allerdings nicht – ein warmer Spätsommer kann die Saison verlängern.
An der windigen Küste und in exponierten Lagen haben wir meist deutlich weniger Probleme als an Seen, Mooren und windstillen Waldplätzen.
Können die skandinavischen Mücken Krankheiten übertragen?
Glücklicherweise ist das Klima hier viel zu rau. Daher kommen Krankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber in Skandinavien nicht vor. Mückenstiche sind also per se harmlos.
Tipps für das eigene Verhalten zur Vermeidung von Insektenstichen
Mücken mögen keinen Lagerfeuerrauch. Grillgeruch zieht Mücken aber an. Achte darauf, Dir den Rücken ausreichend zu schützen. Mückenstichsichere Outdoorkleidung wirkt Wunder, da etwa 40% der Insektenstiche durch die Kleidung gehen! Gut hilft auch ein Imprägnieren der Kleidung z.B. mit Pyrethroid.
Wenn Du beim Sport stark schwitzt, ist die Wirkdauer der Mückenschutzmittel verkürzt.
Mücken mögen Frauen! Bei gleichem Insektenschutz haben sie für Insekten die höheren Attraktivität. Dagegen kann man zwar nichts machen – aber nice to know!
Was nachweislich nichts hilft (wissenschaftlich erwiesen!)
- akustische Geräte zur Mückenvertreibung
- wirkstoffhaltige Kleber und Armbänder
- UV-Lampen/Lichtfallen
- Vitamin-B1-/Knoblauchtabletten
| Sinnvoll | Nicht sinnvoll | |
|---|---|---|
| Reisegebiet | windige Regionen, Küste, Meer | Übernachten nahe stehenden Gewässern oder in Sumpfgebieten |
| Kleidung | hell und einfarbig. Lange Kleidung, ggfs. „Moskitosicher“ und imprägniert | bunte Kleidung, dunkle Kleidung, eng anliegend, dünn |
| Körperhygiene | Neutrale Seifen/Deo-Stifte/Sonnencremes | Parfüm und duftende Hygieneartikel |
| Sonnencreme und Mückenschutz | Sonnencreme ca. 20 Minuten vor Mückenschutz auftragen |
Welche Mückenabwehrmittel sind sinnvoll?
DEET
Es existieren langjährige Erfahrungen mit dem Wirkstoff, der in Konzentrationen von 5-50% verfügbar ist. Die Wirkdauer der Substanz wird mit etwa 2-6 Stunden angegeben. Es gibt Produkte um Kleidung, Schlafzeug und die unbedeckte Haut zu behandeln. Ein Schleimhaut- und Augenkontakt ist unbedingt zu vermeiden (brennt ordentlich). Da es bei der Anwendung von sehr großen Körperarealen nervenschädigend wirken kann, sollte man es nur für kleinere Körperregionen wie Gesicht, Hände und Unterschenkel verwenden. Weiterhin ist es für Schwangere, Stillende und Kinder unter 8 Jahren prinzipiell nicht geeignet! Ungünstig ist, dass DEET Kunststoffoberflächen (z.B. von Handys und Sonnenbrillen) angreift. Typische Produktnamen sind z.B. „Care Plus DEET 40%“ oder „Anti Brumm“.
Piperidine (Icaridin)
Ist rein zur Imprägnierung der unbedeckten Haut geeignet. Die Hautverträglichkeit ist sehr gut. Die Wirkdauer ist etwas kürzer als DEET, dafür wirkt es aber besser gegen Zecken. Hinsichtlich der Nebenwirkungen sollte der Substanz in Regionen, in denen Malaria u.ä. nicht vorkommt, der Vorzug gegenüber DEET gegeben werden. Es ist bei Kindern ab zwei Jahren verwendbar. Kunststoffe werden von der Substanz nicht angegriffen. Typische Produktnamen sind z.B. „Autan active“ oder „Nobite sensitive“.
Ätherische Öle
Ätherische Öle schützen nicht so effektiv wie synthetische Substanzen. Sie verdampfen schnell und müssen regelmäßig neu aufgetragen werden. Daher können sie Hautreizungen und Allergien hervorrufen – vor allem wenn sie unter Sonneneinstrahlung benutzt werden. Typische Vertreter sind z.B. Lavendel und Citronella. Ein Produktname ist z.B. „Nobite Haut Botanic“
Thermacell gegen Mücken – unsere Erfahrungen
Eine weitere Möglichkeit, die wir vor allem beim längeren Aufenthalt vor dem Wohnmobil oder Wohnwagen praktisch finden, ist Thermacell. Anders als ein Mückenspray wird dabei kein Wirkstoff auf die Haut aufgetragen. Das Gerät erhitzt ein mit einem Insektizid versehenes Wirkstoffplättchen und gibt den Wirkstoff an die Umgebungsluft ab.
Die neueste Generation der Geräte kommt ohne das (teure) Wirkstoffplättchen aus. Hier ist lediglich eine Flüssigkeitspatrone notwendig. Ein akkubetriebenes Gerät (Anzeige), das man auf den Tisch vor dem Wohnmobil stellen kann ist für uns sehr praktisch.
Dadurch entsteht im unmittelbaren Umfeld eine Art Schutzzone gegen Mücken. Besonders angenehm finden wir das beim Essen oder abends vor dem Camper, wenn man längere Zeit an einem Ort sitzt. Wunder sollte man allerdings nicht erwarten: Bei stärkerem Wind verteilt sich der Wirkstoff schneller und die Schutzwirkung kann deutlich nachlassen. Außerdem verwenden wir Thermacell ausschließlich im Freien und entsprechend den Herstellerangaben. Für Wanderungen gibt es von Thermacell auch ein Produkt für Backpacker (Anzeige), trotzdem bleiben lange Kleidung und ein geeignetes Repellent für uns dabei die praktischere Lösung.
Gerade an windstillen Abenden an Seen haben wir mit jedoch Thermacell gute Erfahrungen gemacht – Situationen, in denen Mücken und Knott ansonsten sehr schnell lästig werden können und es einem unmöglich würde, das Wohnmobil überhaupt zu verlassen.
Was tun nach einem Insektenstich?
Meist sind Insektenstiche ja glücklicherweise nur lästig. Leider nehmen Häufigkeit und Ausmaße der allergischen Reaktionen immer mehr zu. Wenn es doch mal zu verstärkten Lokalreaktionen kommt, helfen diese Tipps:
Akutbehandlung Insektenstich
- Falls sichtbar – Stachel entfernen (enthält Insektenspeichel)
- Bei starker Rötung/Schwellung: 30 Min. örtliche Kühlung (kaltes Wasser, Eiswürfelwasser)
- Hochlagerung der Extremität
- Die Behandlung mit Hitze für Mutige: Da die Proteine des Mückengifts durch Hitze bei ca. 40°C zerstört werden, kann mit einem heißen Löffel (den man z.B. in ein Glas heißes Wasser gehalten hat) die Haut über dem Stich durch draufdrücken behandelt werden (Vorsicht! Nur soviel Hitze wie Du verträgst und nur bei Dir selber durchführen – keine Verbrennung setzen!). Eventuell am nächsten Tag nochmal wiederholen.
- Mit dem „heat-i“ (Anzeige), einem Aufsatz fürs Smartphone, der den Insektenstich ebenfalls erhitzt, haben wir persönlich gute Erfahrungen gemacht.
Behandlung Insektenstich innerhalb der folgenden 6 Stunden (je nach Beschwerden)
- Kühlung fortsetzen (Kalte Umschläge, Quarkwickel etc.)
- Cremes zur Abschwellung /Juckreizlinderung z.B. Soventol Hydrocort 0,5%®, Fenistil-Creme® (Soventol Hydrocort ist kortisonhaltig)
- abschwellende Medikamente (z.B. Ibuprofen 400 3×1/Tag, Cetirizin-Tabletten) nur gelegentlich nötig
- Kinder: bei anhaltendem Juckreiz Fingernägel kurzschneiden, um Aufkratzen und eine bakterielle Infektion des Mückenstichs zu verhindern.
Behandlung Insektenstich innerhalb der ersten 24h
- Vor allem bei Infektionszeichen: Überprüfen des Tetanusschutzes, ggf. Auffrischimpfung (letzte Impfung sollte nicht länger als 10 Jahre her sein)
Infizierte Insektenstiche = bakterielle Superinfektion meist durch Staphylokokken/Streptokokken
- gelblich eitrige Auflagerungen an der Einstichstelle oder schmerzhaft pralle Rötung der Unterhaut
- in der Regel ab dem 5. Tag nach Stich auftretend
- Dies sollte sich der Arzt ansehen und ggfs. eine antibiotische Therapie einleiten
Fazit
Mückenstiche sind vor allem im Sommer bis in den Herbst hinein in Skandinavien häufig und können echt nerven. Allerdings kann man sich auch sinnvoll schützen. Entweder durch Wahl der Reisezeit (Spätherbst), oder der richtigen Ausrüstung. Mit folgenden Produkten haben wir persönlich schon gearbeitet und können sie aus eigener Erfahrung weiterempfehlen:
- Nobite sensitive (Anzeige) zum Aufsprühen
- Nobite Kleidung (Anzeige) zum imprägnieren mehrerer Kleidungsstücke
Also keine Angst vor Mücken – Vorbereiten und raus in die tolle Natur!
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